Mit dem Slogan „Europa gelingt gemeinsam“ begann und endete die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Zum 1. Juli 2007 hat Angela Merkel offiziell den „Staffelstab“ der Präsidentschaft an Portugal weitergegeben. Doch welche Spuren hat die deutsche Ratspräsidentschaft im Gedächtnis der Europäer(innen) hinterlassen? Die youngstars fragte bei jungen Europäer(inne)n nach.
Teodora Teneva, 25, aus Haskovo in Bulgarien:
„Es gibt zwei Dinge, die mir von der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Gedächtnis geblieben sind. Zum einen die „Roaming“-Verordnung, die zu einer Senkung der Preise für die Nutzung der Mobilfunktelefone im Ausland geführt hat, und zum anderen die Umweltpolitik. Insbesondere die Festlegung der Kraftstoffverbrauchsgrenzwerte für Pkw.“
Jan Frieders, 27, aus Aachen in Deutschland:
„Ich sehe das Ergebnis der deutschen EU-Ratspräsidentschaft mit gemischten Gefühlen. Das Zustandekommen des Reformvertrags der Europäischen Union in letzter Minute ist wohl als Erfolg zu werten, allerdings waren zuletzt einige europäische Staats- und Regierungschef(innen)s zu nachgiebig.
Denn meiner Meinung nach hätte die Reaktion auf die unverschämten polnischen Forderungen zum EU-Vertrag härter ausfallen müssen. Deutliche Worte wären dabei wohl angebracht gewesen. Des Weiteren hätte ich mir gewünscht, dass die deutsche Ratspräsidentschaft beim Thema Umweltschutz größere Fortschritte erzielt.“
Bettina Sökeland, 23, aus Köln in Deutschland:
„Von der deutschen Ratspräsidentschaft habe ich viel aus den Medien erfahren. Positiv in Erinnerung geblieben sind mir der deutsche Beitrag zur EU-Reform und der Kampf gegen die Klimaproblematik. Für mich sieht es so aus, als hätte es die deutsche Ratspräsidentschaft geschafft, in vielen wichtigen Punkten den Stillstand zu überwinden. Ich glaube, dass sie die Stimmung innerhalb Deutschlands in Bezug auf die Europäische Union verbessert hat.“
Gregory McKenzie Elson, 27, aus Innsbruck in Österreich:
„Das Thema Europa ist um einiges transparenter geworden. Dazu hat unter anderem auch die effiziente Arbeitsweise der deutschen EU-Ratspräsidentschaft beigetragen.
In meinen Augen ist das „International Roaming“ ein Beispiel dafür, wie praktikabel die EU geworden ist. Da zeigt sich: Die EU wächst zusammen. Die Grenzen, die man sowieso immer weniger spürt, fallen nun auch im Telefonnetz weg.“